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Fachgebiet Planungstheorie
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Planungstheorie ist – unserer Auffassung nach – eine kritisch-reflektive Beschäftigung mit der Stadt- und Regionalplanung als gesellschaftlich-politischer Handlungsbereich.
Planungstheorie basiert als solche auf einem breiten, transdisziplinären Verständnis dessen, was Stadt- und Regional-‚Planung’ ist. Es geht dabei um mehr als ein ‚Fach’: es geht um einen Komplex von Handlungen, die – im Sinne Henri Lefebvres – zu Prozessen der ‚öffentlichen Produktion des Raumes’ beitragen. Dabei sind nicht nur Maßnahmen gemeint, die direkt auf bestimmte ‚eingeteilte’ Räume bezogenen sind – ‚Raumplanung’ im engeren Sinn – sondern auch sozial-konstruierte Beziehungen und Diskurse, die zwar indirekte raumordnungspolitische Effekte ausüben, dadurch aber maßgebend dazu beitragen, die soziale Bedeutung von ‚Raum’ zu definieren und reproduzieren. Und selbstverständlich stellt historisches Bewusstsein eine wichtige Dimension dieser kritisch-reflektiven Haltung dar.
In diesem Sinn könnte man Raumplanung als eine ‚unreine’ Disziplin betrachten: als ein Fach, das nicht auf der Basis einer rein disziplinären Einordnung aufgefasst werden kann, aber auch als ein Fach, das sich zur eigenen Sinnerzeugung und Rechtfertigung systematisch in anderen Disziplinen ‚einmischen’ muss. Das Ziel ist das Fördern einer disziplinenüberschreitenden Reflektion über sozial-räumliche Prozesse, die eine kritische Einmischung in die Öffentlichkeit nicht scheut.
Einige richtunggebende Interessenschwerpunkte für das Fachgebiet beziehen sich dementsprechend auf Entwicklungen, die unsere Auffassung von ‚Planung’ und von dessen sozial-politischen Bedeutung in Frage stellen:
- Governance und neue Formen von Territorialität
- Neue Governance-Arenen und soziale Interaktionsprozesse
- Planung und gesellschaftlicher Konflikt
- Transnationalisierung, Europäisierung und Postnationalität
